Auf der Suche nach Glück



„Die Welt ist ein Ort des Glücks für alle“, das war ihre Nachricht. Sie versandte ihren Neujahrsgruß in Gujarati. Neugierig nahm ich ein  Übersetzungsprogramm zu Hilfe, denn ich will verstehen. Klingt schön. Zu schön denke ich.

Gujurat ist ein Staat an der Westküste Indiens, direkt unter Pakistan, fast so groß wie Österreich. Eine Region die sich sehr stark der Verehrung von Göttern wie Krishna, Rama und Ambe hingibt mit Poesie, Musik und hingebungsvollem Bhakti Yoga. Der Hinduismus spielt in Gujurat eine große Rolle, er gilt als eine der großen Weltreligionen, halt besser 3, er ist ein Sammelsurium, eine Enzyklopädie von unterschiedlichen religiösen und philosophischen Konzepten. Es gibt nicht einen Gott, sondern viele Götter, deren Rang und Erscheinen sich ändert. Für mich kommt das nicht in Frage, viel zu undurchsichtig. Eine junge Frau ließ sich davon buchstäblich in den Bann ziehen.

„Die Welt ist ein Ort des Glücks für alle“. Wirklich?


Würde das ein Ukrainer in eiskalter Kriegsnacht auch sagen? Oder die Frauen die im Taliban Regime komplett verhüllt ohne öffentliche Stimme leben müssen? Das Kind dessen Eltern sich ständig gewaltvoll streiten. Die junge Frau, die entführt in der Gewalt der Zuhälter anschaffen muss. Der Christ, der wegen seines Glaubens massiv verfolgt wird. Das Kind, das in Asien im Käfig gehalten und für Sexdienste an Touristen vermietet wird. Die alten Menschen, die keinen Besuch mehr erhalten und geplagt von Armut, Einsamkeit und Krankheit ihr Leben fristen. Sind sie glücklich?

Der Teenager, der sich verbiegt, um nicht ausgelacht zu werden. Erwachsene die mehr als einen Job haben, um über die Runden zu kommen, … Ich finde dieses Konzept kann der Realität nicht standhalten und bietet keine Lösungen für die wirklichen Lebensprobleme.

World Happiness Report. Länder wie Dänemark, Finnland und Island stehen regelmäßig an der Spitze. Sie bieten mehr als Poesie und Körperübungen. Sie bieten eine starke soziale Unterstützung. Doch reicht das für ein lebenslanges Glück? https://www.worldhappiness.report/

Ich sehe es so: Die Welt könnte ein Ort des Glücks für alle sein, wenn da nicht das Herz des Menschen wäre. Unser innerstes ist das K.O. Kriterium für das Glück der Welt. Egal wie lange wir auch meditieren mögen und versuchen uns selbst zu optimieren, wir scheitern.


Denn aus dem Inneren, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken wie sexuelles Fehlverhalten, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Betrügerei, ausschweifendes Leben, Neid, Verleumdung, Überheblichkeit und Unvernunft. Markus 7, 21-22 (HFA)

Das Herz braucht eine Generalüberholung. Aber wir bekommen das nicht hin. Diese Erneuerung kann nur Gottes Geist in uns bewirken. Von Anfang an gehört die Möglichkeit, sich und anderen Übles zuzufügen zum menschlichen Wesen. Das ist die nüchterne Einsicht und Erkenntnis der Bibel: "Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf" Nach 1. Mose 8,21.

Ohne Gottes Geist sind wir unfähig Gutes hervorzubringen. Und selbst wenn wir unser Herz dem Heiligen Geist Gottes öffnen, stellen wir fest, es ist auch dann nicht möglich stets aufbauend, freundlich, wertschätzend, hilfreich, hoffnungsvoll, motiviert, großzügig, … zu sein und am aller wenigsten bedingungslos liebend. Könnten wir dies, wären wir perfekt, dann wären wir Gott. Doch wir sind seine Geschöpfe, machen Fehler, können nicht allem und jedem gerecht werden.

Ich frage mich, weshalb stellt eine junge gebildete Frau solch eine Aussage als Neujahrsgruß ins Netz?  Spiegelt sich darin ihre tiefste Sehnsucht? Die Sehnsucht nach dem Ort, an dem die Seele einfach nur sein darf, wo sich Mächte wie Angst, Sorge, Trauer und Leid fernhalten müssen? Ein Ort voller Frieden. Zufriedenheit. Gerechtigkeit. Reinheit.


„In das Herz des Menschen hat er (Gott) den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist. Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begreifen.“ Prediger 3, 11 (HFA)


Ja, ich kann Gottes uneingeschränktes Wirken nicht begreifen. Ich kann nicht mal mein eigenes kleines Leben überblicken. Doch ich würde gerne mehr erfahren. Ich habe Sehnsucht danach, nach dem fernen, dem ewigen, nach dem Geheimnis, dem Ziel.

Wir tragen alle eine Sehnsucht nach dem Ewigen in uns. Sie drängt uns zur Suche. Nach Ursprung und Ziel unseres Seins. Weil es dort so unvorstellbar harmonisch und erfüllend ist, in der Nähe Gottes, mit Gott, in Gott, von Gott erfüllt und umgeben will die Seele genau dort hin. Manchmal wenn wir Sehnsucht haben, erinnert sich unsere Seele, dass sie für mehr als dieses irdische Leben geschaffen ist.

Manchmal öffnet sich der Vorhang und wir bekommen einen Vorgeschmack auf die Herrlichkeit, die auf uns wartet und wir spüren die Energie des Himmels, die Kraft des Heiligen Geistes, der uns so wohltut. Wir spüren Verbundenheit mit Gott. Die Seele wird satt. Das Herz wird ruhig. Der Leib gestärkt.


Das geschieht, wenn wir unser Herz öffnen, die Aufmerksamkeit auf Gott richten und ihn anbeten, unbefangen, dann führt sein Heiliger Geist uns vor Gottes Thron. Wir werden beschenkt mit Gnade und Barmherzigkeit und Hilfe. Wir werden gereinigt von allem. Segen fließt in Fülle.

„Er tritt für uns ein, daher dürfen wir voller Zuversicht und ohne Angst vor Gottes Thron kommen. Gott wird uns seine Barmherzigkeit und Gnade zuwenden, wenn wir seine Hilfe brauchen.“ Hebräerbrief 4, 16 (HFA)


Die Trennung zwischen Gott und mir ist aufgehoben. Eine neue und direkte Beziehung zu Gott ist möglich. Durch Jesus, er ist der neue Hohepriester, der das endgültige und vollkommene Opfer darbringt, sich selbst, durch den Tod am Kreuz. Jesus ist Gottes ultimative Antwort auf meine Ohnmacht und Verlorenheit und meine Sehnsucht. Jesus ist die Erfüllung.


Jeder Mensch möchte Teil von etwas vollkommenem sein, etwas das größer ist als er selbst. Das ihn überdauert.

Jede Seele möchte anbeten. Deshalb verstehe ich die junge Frau. Jede Seele möchte sich hingeben und Hingabe des Gegenübers erleben. Jesus gab sich selbst hin, bis in den Tod und darüber hinaus. Doch Krishna, Rama, … ? Sie erwarten Hingabe, aber dass sie sich selbst geben, davon las ich nichts.

Krishna, er ist eine schöne Erscheinung auf den Gemälden, doch laut meinen Recherchen ein Avatar, das 8. oder 9. Upgrade des Gottheit Vishnu.
Mein Gott, der Gott der Bibel, ist von Anfang an derselbe und er wird sich auch
in Ewigkeit nicht ändern. Er ist zuverlässig derselbe.

Hunderte Menschen treffen sich und chanten gemeinsam dieselbe Melodie und Silbenfolge, es entsteht sehr schnell ein gruppendynamisches Phänomen, das kann anziehend sein. Dass sie davon angetan ist kann ich nachvollziehen. In den wiederkehrenden Meditationssilben kann man den Verstand leeren und sich vergessen. Muss ich das um glücklich zu sein?

Christen singen auch gerne, mit Hingabe und Feuer. Ich zumindest, ansonsten schweige ich. Wir erheben unseren Herrn und machen uns seine Größe und Liebe bewusst, mit modernen und alten Liedern, wir wiederholen nicht gefühlte 100.000mal dieselben Silben (Mantras) um uns in einen tranceartigen Zustand zu bringen. Wir behalten mit brennendem Herzen gerne einen kühlen Kopf und lassen uns Frieden vom Heiligen Geist schenken, produzieren ihn nicht selbst.


Und was sollen wir davon denken? Lord Krishna hat 16108 Frauen und manifestierte sich genauso oft, um jeder dieser Frauen in besonderer Weise zu begegnen. Davon 7 Ehefrauen, die anderen sind Gespielinnen.

Es geht hier nicht um einen Gott, der meine Seele erlöst und nach dem Tod ein ewiges Leben für mich in seiner neuen harmonischen Welt hat, sondern um einen Geist, der möchte, dass ich mich ihm öffne und zur Verfügung stelle. Krishna „der Dunkle“ verkörpert mit seiner Flöte die Leichtigkeit der körperlich-romantischen Liebe (Eros).

Die Liebe meines Gottes aber ist Agape, Phileo, Storge. Uneigennützig, freundschaftlich, familiär. Ich bin zwar ein Tempel, in dem der Heilige Geist wohnt, aber ich liebe meinen Herrn nicht mit einer erotischen Liebe. Körperliche Liebe ist für uns Menschen gedacht.

Wer Krishna anbetet und sich ihm dabei hingibt, begeht meiner Meinung nach Ehebruch auf spiritueller Ebene. Er stillt die Sehnsucht nach romantisch-körperlicher Vereinigung wie mit dem Mann/Ehemann, die verloren gegangen ist oder ganz fehlt. Krishna drängt sich meiner Wahrnehmung nach dazwischen.

„Die Welt ist ein Ort des Glücks für alle“, Krishna möchte mit seinem Eros  beglücken, oder?

Aber steckt hinter allem nicht noch eine tiefere ernstzunehmende Sehnsucht? Die einer noch intimeren Beziehung, die bis in die tiefsten Tiefen einer Seele reicht? Dort gibt es nämlich einen Raum den nur Gott selbst ausfüllen kann.


Wenn wir dem Heiligen Geist erlauben dorthin zu gehen, wird Gott diesen Raum mit seiner Nähe, Annahme, Frieden, Sinn, Weisheit, Trost, Freude, … erfüllen. Vollkommen. Bis keinerlei Verlangen mehr nach anderem spürbar ist. Gott hat uns besucht. Er hat uns erkannt. Sein Geist - Ruach, der Atem Gottes - wohnt dann in mir, ist in meiner Welt anwesend, in der tiefsten Tiefe der Seele. Gibt
es beglückenderes? Ein Geschenk, keine Leistung. Gott kommt zu mir.

„Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ 1. Kor.3, 16 (ELB)


Wenn ein Hindu Schuld verspürt und abwaschen möchte, dann muss er in den völlig aufgewühlten Ganges steigen, sein verdrecktes Wasser soll die Sünden entfernen. Wie kann Wasser von außen die Seele tief innen reinigen?
Keine Hinduistische Gottheit beseitigt die Spur meiner Fehler auf meiner Seele. Nur der Geist Gottes in mir kann dies. Ich empfange ihn, wenn ich Jesus mein Leben in einem Gebet anvertraue. Gottes Geist reinigt mich. Ich empfange die Einladung zum größten Hochzeitsfest aller Zeiten, im Himmel und auch das ewige Bleiberecht in Gottes neuer harmonischer Welt.

Ich kann mir nicht vorstellen mich einer unpersönlichen Weltseele zu verbinden. Meine Seele will mehr, sie will wissen mit wem sie spricht, eine lebendige Beziehung haben, ein Gegenüber das liebt und mich sieht und Anteil nimmt und redet und handelt. Für mich mit seinem Leben in den Riss tritt.


Im Hinduismus gibt es nur eine vorübergehende Glückseligkeit. Eine vorübergehende Erlösung aus dem wiederkehrenden Kreislauf von Tod und Wiedergeburt und das Eins werden mit der Weltseele Brahman. Ganz schön stressig. Frustrierend, wenn weder die Glückseligkeit noch die Erlösung von Dauer sind. Enttäuschend, denn die noch so ehrliche Hingabe im Yoga trägt keine Früchte. Yoga hat nicht das Ziel in den Himmel zu kommen. Die Erlösung die Christen erleben ist ewig. Wir kommen in den Himmel und werden dafür nur einmal wiedergeboren. Wenn wir uns Jesus in einem Gebet anvertrauen werden wir innerlich in Gottes neue Welt hineingeboren in der wir nach dem Tod leben werden.

„In niemand anderem ist Rettung zu finden, denn es gibt keinen anderen Namen unter dem Himmel, der den Menschen gegeben wurde, durch den wir gerettet werden können.“ Apg. 4, 12 (HFA)

Erlösung ist allein durch Jesus Christus möglich, es existiert kein anderer Weg zur Rettung. Kein anderer Weg führt zurück ins „Paradies“.

Keine Hinduistische Tradition oder Philosophie, keine Leibesübung und auch kein erotisch motivierter Geist rettet, ohne Jesus sind wir verloren. Getäuscht durch poetische Liebesschwüre. Ich wünsche mir von Herzen, dass das Tuch von ihrem Herzen und ihren Augen weggenommen wird und sie die Wahrheit erkennt.

Die Welt ist kein Ort des Glücks für alle. Aber wir können die Welt zu einem besseren Ort zu machen, da wo wir gerade sind. Jeden Tag, jeden Augenblick ein bisschen mehr.


Zeig der Welt Jesus, mit deinem Leben.

Franz von Assisi schrieb dazu:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.


Autor: Gabriele Waechter
KI-Bilder 1-6, 8-10: https://www.bing.com/images/create/

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ruf und Gegenwart Gottes

Von Generation zu Generation

Erntedank - Gottes Fürsorge