Bereit für Stille Zeit
1. Stille Zeit kann nicht von Dauer und Ort bestimmt werden
Jedoch sind die Art und der Zweck der stillen Zeit von großer Bedeutung.
Thomson erklärt, dass Jesus nur ab und zu das Verlangen hatte sich zurückzuziehen.
Lasst uns kurz eine Begebenheit beachten und nach ihrem Beweggrund fragen:
In Matthäus 14 hat Jesus nach dem Speisungswunder das Verlangen zu beten und geht allein auf einen Berg, um zu beten. Dann sieht er schon wieder seine Jünger auf dem Meer mit den Wellen kämpfen und geht zu ihnen. Rettung ist jetzt wichtiger als stille Zeit!
2. Nach jeder Ruhepause folgt der Auftrag Gottes
Man sucht den Helfer, will ihn festhalten. Er soll bei ihnen bleiben. Doch Jesu Auftrag war nicht in der Stille zu bleiben, sondern an vielen Orten die Heilsbotschaft Gottes zu verkündigen. Nach Lukas 4,42-44
Ähnlich ist es auch für uns gedacht. Wir brauchen stille Zeit mit Jesus.
Denn nur so kann der Auftrag folgen: Geht hin... und ruft alle Menschen in meine Nachfolge! Die Kranken, die Armen, die Einsamen. Sie brauchen dringend Hilfe!
3. Worauf kommt es an, wenn wir vor Gott stille werden?
Nachfolgende Worte aus dem lateinischen, verdeutlichen ihre Bedeutung:
Silentium: Stille
Lärm und Hektik stören das betende Nachdenken. Deshalb müssen wir bewusst die Stille suchen, in der wir ungehindert über der aufgeschlagenen Bibel nachdenken und beten können.
Wir erfahren beim betenden Nachsinnen plötzlich: Wie neue Gedanken aufbrechen. Wie etwas unseren geistlichen Horizont erweitert.
Visio(n): Schau
Wer einen Berg besteigt bekommt einen Rundblick, vorausgesetzt es ist kein Nebel. Die Bibel ist mit einer Berglandschaft zu vergleichen: Da gibt es Hügel, stille Täler, Felsenwände und einsame Berggipfel. Beim betenden Nachsinnen erkennen wir einzelne Teile dieser Landschaft. Z.B. biblische Aussagen. Damit es zu dieser Schau kommen kann, müssen wir sorgen, dass die Nebelwände der Selbstsucht und Eigenwillen verschwinden. In der Apostelgeschichte bekommt Paulus eine, klare Vision:
Also zogen sie durch Mysien in die Stadt Troas. In der folgenden Nacht hatte Paulus eine Vision. Er sah einen Mann aus Mazedonien im Norden Griechenlands, der ihn bat: Komm herüber und hilf uns. Da beschlossen wir, sofort nach Mazedonien abzureisen. Wir waren sicher, dass Gott uns rief, auch dort seine Botschaft zu verkünden. Apostelgeschichte 16,8-10 (NLB)
Passio(n) Leiden
Wer den Auftrag Jesu treu ausführt der weiß, dass dieser auch mit Verzicht, Opfer, Gefahr und mit Leiden verbunden sind.
Ein Lied von David
Meiner Liebe begegnen sie mit Feindschaft, ich aber bete beständig für sie. Sie vergelten Gutes mit Bösem und erwidern meine Liebe mit Hass:
Psalm 109,4-5 (NLB)
4. Schlussworte
Nicht nur Stille suchen, sondern darauf achten, dass wir ruhig und besonnen leben!
Paulus zeigt uns, auf was wir achten müssen:
Und setzt es euch zum Ziel, ein geordnetes Leben zu führen, euch um eure eigenen Angelegenheiten zu kümmern... 1.Thesslonicher 4,11a (NGÜ)
- Das bedeutet, dass wir Zeit fürs Gebet, Bibellesen und Gemeinschaft suchen
- Dass wir prüfen, ob unser Leben mit unserer Überzeugung übereinstimmt
- Dass wir auch auf die Gesundheit und Belastungsgrenzen achten
- Ausreichend Ruhe, Bewegungen und Erholung tun gut
- Sind unsere Worte und Taten von Ehrlichkeit, Respekt und Liebe geprägt?
- Leben wir bewusst und verantwortungsvoll mit uns selbst?
5. Gebet
Himmlischer Vater, begleite und bewahre mich auf allen meinen Wegen. Bewahre mich vor Unfällen, Krankheit und allem Bösen. Schenke mir Ruhe in schwierigen Situationen und offene Augen für die Bedürfnisse anderer. Segne meine Familie und alle Menschen, denen ich heute begegne. Lass mich in deiner Liebe und deinem Frieden Leben. Führe und beschütze mich, Amen.
Autor: Egon Waechter
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